Kräutersirup in Flaschen und Gläsern auf Gartentisch
Rezepte

Selbstgemachter Kräutersirup

So einfach, so erfrischend: Sirup aus Pfefferminze, Melisse & Co.

Die Sonne strahlt vom Himmel, zum ersten Mal hat’s an die 30 Grad: Der (Früh-)Sommer ist da! Und damit die Zeit der Sonnenbrillen, Sonnencreme und erfrischenden Drinks.

Ich mag’s am liebsten kühl, sprudelnd, alkoholfrei, dabei nicht fad, aber erst recht nicht zu süß, sondern angenehm aromatisch. Und unkompliziert, bitte. Gar nicht so einfach, all diese Kriterien zu erfüllen. Aber ein Getränk kann das: selbstgemachter Kräutersirup, den du mit Mineralwasser aufspritzt und je nach Geschmack und Erfrischungsbedarf mit frischen Kräutern, Zitronenscheiben und Eiswürfeln pimpst. Mmmh …

Wie macht man Kräutersirup selbst?

Dazu brauchst du gar nicht viel:

Das brauchst du für knapp 5 Liter Kräutersirup:

Zutaten:

  • einen dicken Bund Kräuter (je größer der Anteil an Kräutern, desto intensiver der Geschmack):
    Pfefferminze und Zitronenmelisse sind wahre Klassiker, Thymian und Bohnenkraut sorgen für einen leicht herben Touch, Basilikum für Extra-Frische, Ananasminze für fruchtige Süße, Salbei und Rosmarin für die ganz besondere Note. Dosier ihn aber sehr vorsichtig, Rosmarin ist extrem intensiv! Wie du die Kräuter mischst, ob du noch weitere Geheimzutaten verwendest oder auf andere verzichtest, bleibt ganz dir überlassen.
  • eine Bio-Zitrone
  • 50 g Zitronensäure
  • 3 l Wasser
  • 3 kg Bio-Zucker

Das richtige Werkzeug:

  • (Garten-)Schere
  • 2 absolut saubere Kübel, die du nur für süße Lebensmittel verwendest
  • Geschirrtuch zum Abdecken
  • einige große Kochtöpfe mit Deckel, Kochlöffel, Sieb, Schöpfer, Trichter
  • alte Hand- oder Geschirrtücher als Unterlage beim Abfüllen
  • natürlich gut gewaschene Flaschen

Kräutersirup selber herzustellen ist ganz einfach: Kräuter ernten, Sirup ansetzen, abkochen, abfüllen, fertig. Hier die Schritt-für-Schritt-Anleitung:

1. Kräuter ernten

Der Frühsommer ist die beste Jahreszeit, um Kräuter für den Sirup wie Pfefferminze, Zitronenmelisse, Bohnenkraut, Thymian oder Basilikum zu ernten. Jetzt haben sie am allermeisten Kraft und schmecken besonders intensiv.

Schneide die Kräuter einfach mit einer Gartenschere oder einer Küchenschere ab. Am allermeisten Aromastoffe haben die Kräuter übrigens, wenn du sie ganz in der Früh erntest.

2. Den Kräutersirup ansetzen

Besonders lange Kräuter schneide ich noch einmal, weil das die weitere Verarbeitung leichter macht; höchstens 20 cm lang sollten die Stiele sein. Die Kräuter kommen nun in einen sauberen Kübel, der mit dem kalten Wasser aufgefüllt wird. Du kannst statt kaltem auch kochendes Wasser verwenden und die Kräuter damit überbrühen, dann kommen noch mehr Aromastoffe raus. Wichtig ist nur, dass du dann einen Topf und keine Plastikkübel verwendest. Ob heißes oder kaltes Wasser über deine Kräuter kam: Füg noch die Zitronenscheiben und die Zitronensäure hinzu und deck den Kübel mit einem Geschirrtuch ab. Jetzt kommt dein Sirup für 24 Stunden an einen kühlen, dunklen Ort – also am besten in den Keller – und zieht gut durch.

3. Abseihen, zuckern und immer wieder rühren

Nach 24 Stunden brauchst du den zweiten Eimer und das Sieb, denn jetzt seihst du die Kräuter und die Zitronenscheiben ab. Zurück bleibt das Kräuterwasser, in das du jetzt den Zucker schüttest. Gut umrühren, damit sich der Zucker auflösen kann, wieder zudecken, alle paar Stunden vorbeischauen und dich im wahrsten Sinne des Wortes rührend um deinen Sirup kümmern. Auch diese zuckersüße Phase dauert 24 Stunden lang.

4. Den Kräutersirup abkochen und abfüllen

Nach weiteren 24 Stunden ist dein Sirup bereit für die Flaschen. Dazu füllst du ihn in einen Topf um und bringst ihn zum Kochen. Drei Minuten lang soll der Sirup sprudelnd kochen, bevor du ihn abfüllst.

Am besten füllst du den Sirup jetzt mithilfe eines Trichters und eines Schöpfers in die neben dem Herd stehenden Flaschen. Als Unterlage für die Flaschen verwende ich immer ausgediente Hand- oder Geschirrtücher. Lass dir beim Abfüllen auf jeden Fall Zeit, sonst kann das eine ganz schön pickige Angelegenheit werden. Du gehst hier Flasche für Flasche vor: Mach die Flasche so voll wie möglich und verschließe sie sofort ganz fest; dann kann sich Unterdruck aufbauen, was beim Öffnen ein schönes Blop-Geräusch ergibt und deinen Sirup lange haltbar macht.

Die Alternative zu den Schritten 2 - 4: Kräutersirup mit fix-fertigem Sirupzucker

Seit zwei Saisonen gibt's auch fix-fertigen Sirupzucker zu kaufen. Das bedeutet, du brauchst keine Zitronen oder Zitronensäure hinzuzufügen, all das ist im Zuckergemisch schon enthalten. Das klingt jetzt erst einmal bequemer, aber ganz ehrlich: Das ist eine ganz schön pickige Angelegenheit.

Das brauchst du für knapp 5 Liter Kräutersirup mit Sirupzucker:

Zutaten:

  • einen dicken Bund Kräuter
  • 3 kg Sirupzucker
  • 2 1/4 l Wasser

Das richtige Werkzeug:

Du benötigst in diesem Fall nur einen Lebensmittelkübel, ansonsten aber die gleichen Helferlein wie oben.

Auch in diesem Fall gilt: Etwa 20 cm lange Stiele lassen sich besonders gut verarbeiten, also bei Bedarf kürzen. Du gibst die Kräuter in einen großen Kochtopf (mind. 5 l Fassungsvermögen), löst in einem anderen Kochtopf den Sirupzucker in heißem Wasser auf und lässt die Zuckerlösung einmal aufkochen, bis sie klar ist. Dann gießt du sie über die Kräuter und lässt diese an einem kühlen, dunklen Ort 48 Stunden lang ziehen.

Nach 48 Stunden seihst du die Kräuter in einen Kübel ab. Und jetzt kommt der klebrige Teil der Geschichte: Du musst die Kräuter natürlich gut ausdrücken (das kommt auch in deinen Kübel) und ausschwemmen, denn

  1. so holst du noch die stärksten Aromen raus und
  2. du willst bestimmt eine Wespenplage über deiner Biotonne oder deinem Komposthaufen vermeiden.

Den abgeseihten Sirup füllst du in einen Topf um, erhitzt ihn und lässt ihn vor dem Abfüllen drei Minuten lang sprudelnd kochen.

Ganz ehrlich: Die Idee, Sirupzucker herzustellen und Saftläden das Leben leichter zu machen, ist zwar eine nette, aber das Hantieren mit den pickigen Kräutern macht sie dann doch wieder zunichte. Aber vielleicht geht's dir ja anders; probier's einfach aus!

5. Mmmh ...

Wie auch immer du deinen Sirup hergestellt hast: Wenn er abgekühlt ist, kannst du ihn auch schon genießen. Am allerbesten schmeckt er mit Mineral- oder Sodawasser, einer Scheibe Zitrone oder Limette und – ganz Mojito-like – mit einem frischen Kräuterzweig im Glas.

Na, schon voll erfrischt? Der Kräutersirup macht sich übrigens auch ganz wunderbar als Draufgabe zum Sommerspritzer, statt Holundersirup im Hugo, in der Bowle oder meinem allerliebsten Genieß-den-Samstagabend-auf-der-Terrasse-Drink Pimm's.

Kräutersirup einfach bestellen

Vielleicht hast du ja nicht so viele Kräuter im Garten wie ich, hast nicht den Platz, den du fürs Sirupmachen brauchst oder dir ist die ganze Angelegenheit einfach zu pickig. Macht nix, per Mail kannst du bei mir ganz einfach deinen Kräutersirup bestellen. Schreib mir einfach, wir finden sicher einen Weg, wie der Sirup zu dir und dein Saftglas kommt.

Bis bald!

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2 Kommentare

  • Reply Proteinriegel Test 5. Juli 2018 at 20:46

    Du hast hier wirklich einige gute Punkte genannt! Sehr informativ, vielen Dank für diesen Beitrag! 🙂

    • Reply Daniela 14. Juli 2018 at 19:34

      Danke und viel Spaß beim Nachmachen! 😉

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